Calvin Jay Cobalt
Caitiff - Anarchen - "Elysiumshüter"
#1
Calvin Jay Cobalt
The Rich Kid


BASICS


Name
Seine Eltern nannten ihr einziges Kind Calvin Jay Cobalt. Nicht weiter verwunderlich, dass sich bald der Spitzname CJ bei seinen Freunden einbürgerte. Sein Geschäftsname Calvin Cobalt ist natürlich weitaus seriöser

Alter & Geburtstag
31. Dezember 1973, der Caitiff war ein waschechtes Sylvesterkind. Zumindest bis er 1997 seine letzte sterbliche Party feierte. Seine Sterblichkeit ist jetzt also knapp 21 Jahre her.

Herkunft & Wohnort
Er wurde in New York geboren, und dort ist er auch wieder gestorben. Nachdem er einige Jahre aus der Versenkung heraus seine Geschäfte geführt hatte, witterte er in Charlotte seine neue Chance. Dort hat er in einer großzügig geschnittenen Maisonette-Wohnung über der exklusiven Cobalt Lounge Quartier bezogen.

Beruf
Anfänglich war CJ vor allem der Sohn reicher Eltern. Berüchtigt für seine Partys und wohlbekannt in jedem High Society Nachtclub der Stadt. Aber in ihm steckte tatsächlich mehr als nur ein verzogener Neureicher. Mit seinem Erbe hat er sich zu einem Entrepreneur im Nightclub Business gemausert. Ein Unternehmer der mit seinen Events und Nachtclubs den Nerv der Zeit oder zumindest des gewünschten Klientels trifft.


APPEARANCE

Haare:
Braun und halblang
Augen:
Braun mit einem Stich ins Grünliche
Körpergröße
1,82 m
Statur:
Schlank, aber sonst normal gebaut
Besonderheiten:
Ein deutlich sichtbares Muttermal über dem rechten Mundwinkel.


BLOODLINES


Clan

Der New Yorker ist clanlos, in jeder Hinsicht. Weder kennt er seinen Erzeuger noch zeigt er irgendwelche clanstypischen Schwächen. Ein Caitiff wie er im Buche steht.

Clansschwäche
Die Mehrzahl der Kainiten beäugt ihn misstrauisch oder mit Abscheu und oft schlägt ihm auch offener Hass entgegen. Er selbst hält sich zwar nicht für furchterregend, aber bei manchen springt eben schon allein bei der Nennung des Wortes Caitiff das Messer in der Hose auf. Dementsprechend... mühsam ist soziale Interaktion mit seinen Artgenossen, vor allem den Älteren.
Daneben tut er sich ohne Lehrmeister und ohne wirklich Ahnung zu haben hart die Kräfte seines Blutes zu schulen.

Generation
Genau weiß er das aus naheliegenden Gründen nicht, aber er vermutet sich irgendwo in der 13. Generation.

Erzeuger
CJ hat nicht die blassesten Schimmer wer ihn erschaffen haben könnte. Auch wenn er in etwa weiß, nach welcher Feier das gewesen sein müsste, kann er sich nicht einmal mehr wirklich daran erinnern wer überhaupt alles dort gewesen war. Außerdem könnte ihm das genauso gut irgendwo auf dem Heimweg oder wo auch immer er an diesem Abend sonst noch unterwegs war passiert sein.

Nachkommen
Mittlerweile hat er sogar in etwa eine Ahnung wie das Erschaffen eines Nachkommen von Statten gehen müsste, allerdings hat er diesen Schritt noch nicht gewagt. Auf der einen Seite ist ihm Einsamkeit zwar ein gewaltiger Graus, auf der anderen Seite ist seine Interessensspanne an einer Person jedoch meist eher kurzlebiger Natur.

Sekte
Die Camarilla verabscheut und verjagt Caitiff gerne mal, der Sabbat ist ihm in seiner Methodik deutlich zu primitiv. Und die paar Jahre die er sich um sein Unleben bangend alleine durchschlagen musste waren die Hölle für ihn. Also tat er den in seinen Augen einzig richtigen Schritt und erklärte sich den Anarchen zugehörig. Weniger aus Überzeugung als aus Überlebensinstinkt. Aber er steht dazu - solange sein Leben nicht auf dem Spiel steht.

Posten
Wirkliche Posten gibt es bei vielen Anarchen nur selten und in Charlotte schon gleich zweimal nicht. Bei den Cammies wäre er so etwas wie ein Hüter des Elysiums und tatsächlich gibt er sich Mühe in der Cobalt Lounge die Sicherheit seiner Gäste zu gewährleisten.

Disziplinen
Caitiff - 21 Jahre - 5 Punkte

Beherrschung οοo
Irrsinn ο
Präsenz ο


Besonderheiten
Schon als Mensch war CJ kein Heiliger und schon gar kein Kind von Traurigkeit. Ein Laster das ihm schon als Sterblicher zu Eigen war ist Kokain. Der Kuss hat diese beginnende Sucht mitnichten beendet. Stattdessen trinkt der Caitiff für sein Leben gern von Menschen die Kokain konsumiert haben - notfalls überzeugt er sie dafür auch mit seinem speziellen "Talenten". Das dies für viele seiner Stammgäste nicht sonderlich gesundheitsfördernd ist versteht sich von selbst.

Umso ironischer, dass CJ selbst erstaunlich lebendig wirkt. Im Gegensatz zu anderen Vampiren ist er nicht bleich, sondern hat sich seine sterbliche Hautfarbe mehr oder weniger bewahrt. Außerdem sind seine Berührungen nicht die eines Eisklotzes sondern nur ein wenig kühler.

Im Lauf der Jahre hat sich der Caitiff eine Vorliebe für das Blut von Linkshändern angeeignet. Aber anderes Blut nährt ihn ganz normal und vermutlich bildet er sich den besseren Geschmack auch nur ein. Vielleicht wäre er lieber ein Ventrue oder würde sich am liebsten als ein solcher tarnen. So oder so. Sein perfektes "Getränk" wäre wohl eine zugekokste, hübsche junge linkshändige Geigerin.

Würde man einen fähigen Psychiater CJ's Charakter analysieren lassen, so würde dieser wohl zu dem Schluss kommen, dass dessen Art und Verhaltensweise mehrere Parallelen zu einer Histrionischen Persönlichkeitsstörung zeigt. Freilich ist es bei einem Vampir schwer zu sagen, was wirklich der Kern seines Wesens und was nur Maskerade ist. Aber er wäre nicht der erste, bei dem eine traumatische Wandlung zu einer Verschärfung eines bereits vorhandenen "Knacks" führt - und vielleicht war sein Erzeuger ja auch ein Malkavianer?


CHARACTER ANALYSIS


Psychologisches Kurzprofil
Auf den ersten Blick erscheint der Vampir wie ein netter Typ, mit dem man die beste Zeit seines Lebens verbringen kann. Charismatisch, eloquent und lebensfroh. Dazu noch wohlhabend, gutaussehend und stets bereit einen Neuen in die "Clique" aufzunehmen. Ein sympathischer Kerl, dem man kaum etwas Böses zutrauen würde. Was kann es schon schaden sich ihm anzuvertrauen? Sich auf eine Reise des Feierns und der Lebensfreude zu begeben? Alles Fassade. Nicht eine einzige Nettigkeit ist ohne Hintergedanke, nicht eine einzige Tat selbstlos, alles dient nur einem einzigen Zweck: Bedürfnisbefriedigung. Seine Gier sich in jeder erdenklichen Facette menschlich zu fühlen ist grenzenlos. Ihr ordnet sich all sein Wirken und Schaffen unter. Hedonismus und Selbstdarstellung allererster Güte.

Im Grunde seines Wesens ist er ein egoistisches Monster. Nicht zwingend auf die Zerstörung einer Person aus, aber sie ohne mit der Wimper zu zucken in Kauf nehmend. Auf seine Art und Weise ist er vielleicht sogar schlimmer als die gewalttätigen Raubtiere des Sabbat - deren Monstrosität ist wenigstens schnell vorbei. Sein emotionaler Missbrauch, seine schleichende Zerstörung einer Existenz geht über Wochen oder gar Monate. Und seine Opfer merken es im Rausch der Drogen und der Partys oft nicht einmal. Für den Großteil seines Personenkultes ist er ein Mahlstrom des Verderbens. Einer der nicht enden wird, denn CJ braucht die Aufmerksamkeit, die Bewunderung, die Anbetung seiner Anhänger. Normalerweise hindert er sie nicht daran zu gehen, denn die wenigstens wollen es. Und die die es schaffen sind oft traumatisiert und wollen einfach nur das Weite suchen.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass der Vampir im Kontakt zu seinen Artgenossen von der Ikone zum beflissentlichen Gastgeber mutiert. Von ihnen Lebendigkeit abzugreifen ist schwerlich möglich, deswegen sucht er sich deren Aufmerksamkeit mit zuvorkommender Höflichkeit zu sichern. Trotz aller oberflächlicher Höflichkeit und Zuvorkommenheit sollte man allerdings nicht meinen, dass ihm Missgunst fremd sei. Kommt man ihm dumm, in die Quere oder gesteht ihm nicht die Aufmerksamkeit zu, die er für sich einfordert, ist er ein außergewöhnlich rachsüchtiges und nachtragendes Kerlchen. Aber nur ein Idiot würde das offen zeigen - CJ ist vieles aber sicher kein Idiot.

Vorlieben
  • Kokain
    Hands down, sein Nummer 1 Favorit um sich wieder lebendig zu fühlen. Punkt.
  • Ausschweifende Feiern und Nächte
    Kombiniert man seine Nummer 1 mit einer rauschenden Party, dann hat man dem Lebemann eine gelungenen Abend ermöglicht. So viele Facetten des Seins und der Sterblichkeit in einer Location und in hemmungsloser Lebensfreude... einfach herrlich!
  • Hübsche Frauen
    Natürlich liegt hübsch im Auge des Betrachters, aber CJ hat sich schon immer lieber mit für ihn ästhetisch ansprechenden Frauen umgeben. Er war auch erst 24, also kein Wunder.
  • Whirlpools
    Beste Erfindung zur Entspannung. Ever. Klar, als Vampir ist der Genuss für ihn etwas gedämpft, aber bisher hat sich noch keiner seiner Gäste beschwert.
  • Geige
    Vielleicht eine seiner wenigen nicht-oberflächlichen Vorlieben. Nicht nur liebt er den Klang anderer Geiger, er ist sogar relativ versiert darin sie selbst zu spielen.
  • Geld, genug um jeden Wunsch zu erfüllen
    CJ ist ein materialistischer Hedonist und Opportunist. Natürlich liebt er den Knaster der ihm seinen Lebensstil ermöglicht.
  • Aufmerksamkeit
    Der Caitiff suhlt sich geradezu in der Aufmerksamkeit, die er durch seine Herde und andere bekommt. Und er (oder sein Krankheitsbild) braucht diese Aufmerksamkeit auch.
  • Maskerade
    Trotzdem hält er das Prinzip der Maskerade hoch - bei aller Oberflächlichkeit ist ihm sehr wohl bewusst, dass sein Lebensstil nur mit dieser weiterhin möglich ist.

Abneigungen
  • Nicht beachtet zu werden
    Für jemanden, der die Aufmarksamkeit braucht ist es fast schon grausam ignoriert oder nicht beachtet zu werden. Das kann ihn fuchsteufelswild werden lassen.
  • Kritik
    CJ ist schon nicht sonderlich kritikfähig - sieht allerdings (obgleich meist erst im Nachhinein) schon ein wenn sie gerechtfertigt ist.
  • Beleidigungen
    Beleidigungen allerdings hält er immer für ungerechtfertigt, unnötig und in jeder Hinsicht verdammenswert. Äußerlich mag er grinsen und sie kommentarlos oder mit einer findigen Erwiderung hinnehmen - aber insgeheim kommt man so auf seine "Liste".
  • Sportwägen
    Mochte er schon als Sterblicher nicht, der Tod seiner Eltern in einem davon bestätigte ihn nur noch. Nur Prolls fahren in seine Augen Sportwägen.
  • Stress
    Sollen sich doch die Sterblichen zu Grunde hetzen, er lässt sich nur äußerst ungern stressen. Aus welchem gottverdammten Grund sollte er auch, wenn man doch alle Zeit der Welt zur Verfügung hat?!
  • Schläger(trupps)
    Mal davon abgesehen, dass der tumbe Schläger durchaus einen Zweck erfüllen kann - als Rausschmeißer, Türsteher oder Kanonenfutter - kann er so rein gar nichts mit solchen Typen anfangen. Primitiv. Einfach primitiv.
  • Moralapostel
    Als Mensch scherte er sich schon nicht sonderlich um "Werteverfall" oder ähnliches Altmännergeschwätz, da wird er jetzt als Vampir ganz sicher nicht mit anfangen. Außerdem sind die meisten Moralapostel doch eh erbärmliche Heuchler.
  • Langeweile
    Schlimmer als Langeweile ist für ihn nur der endgültige Tod. Wenn man sein (Un)leben nicht mit Spaß genießen kann, was für einen Sinn sollte es dann überhaupt haben?

Dirty Little Secrets
  • Schon vor seinem Kuss war er gerne im Zentrum der Aufmerksamkeit. Danach... nun er kennt keine Einsamkeit. CJ hat praktisch immer eine Herde von "Groupies", die teils geghoult, teils einfach nur durch seine Anziehungskraft und seinen Lifestyle... oder einfach nur durch Drogen in seinem Dunstkreis zu finden sind. Zwar weisen diese oft eine ähnliche Hingabe wie Sektenmitglieder auf und sicherlich würde ein Außenstehender diese Gruppe als nicht ganz koscher bezeichnen - aber eigentlich zwingt er keinen zum langfristigen bleiben. Die Fluktuation in seinem kleine Personenkult ist sowieso relativ hoch, viele machen einfach unterwegs schlapp und wenige kriegen tatsächlich die Kurve und steigen aus.

  • Dünnblütige sind für viele Kainiten ein rotes Tuch. Nicht so für CJ, im Gegenteil. Er beneidet sie um ihre zunehmende Menschlichkeit. Die untote Existenz mag manche Vorteile haben, doch er vermisst das Leben und das sich lebendig fühlen immens. Außerdem sieht er sich gerne als "Beschützer" dieser armen Seelen und hat beispielsweise in Richmond einem Dünnblütigen-Pärchen von der Westküste Unterschlupf und eine Fluchtroute gewährt. Das würde er auch jederzeit wieder tun.

  • Er gilt zu Recht als nicht sonderlich mutig, und manche wissen wohl auch, dass er damals in New York geflohen ist. Das stört ihn nicht weiter, er ist lieber feige als tot. Auf einem anderen Blatt steht, dass die gesamte Koterie, die ihn damals in den Dienst der Camarilla gezwungen hatte, nur wegen seines bewussten Verrats drauf gegangen ist. Dieses Geheimnis dürfte bei bekannt werden seinem Überleben eher abträglich sein.


LEBENSLAUF

Not so humble beginnings (1973 - 1993)
Eigentlich sind CJs Ursprünge richtig unspektakulär. Sein Vater Martin Cobalt war nichts weiter als ein mittelmäßiger Unternehmer, besaß ein paar europäische Autohäuser an der Ostküste. Solides Einkommen, definitiv obere Mittelklasse. Bis er dann plötzlich an der Börse einen richtigen Coup landete… seien wir ehrlich, es war einfach Glück. Mit einem Schlag war er reich. Und das änderte alles. Er verkaufte seine Filialen, legte einen Teil des Geldes an und investierte den Rest. Und genügend Geld vermehrt sich praktisch von alleine. Seine Scheidung lief glatt über die Bühne, seiner Ex-Frau konnte er einen Seitensprung nachweisen. Von den gesparten Unterhaltskosten kaufte er sich ein Penthouse in New York und heiratete schließlich erneut. Das Pornosternchen Amy Vegas, er war nun ein Teil der High Society des Big Apple. Kein beliebtes, neureich mit einem ziemlich extravaganten Lebensstil und einem Benehmen, dass den meisten Alteingesessen einfach zuwider war. Nichts desto trotz stinkreich. Also sicherlich keine Ahnenreihe auf die man zwingend stolz sein müsste.

In genau diese Gesellschaft wurde Calvin hineingeboren. Wahrscheinlich war es ein Unfall, soweit er das beurteilen konnte waren seine Eltern nie wirklich begeistert nun einen Spross an der Backe zu haben. Aber mit genügend Geld waren Nannys kein Problem und so wurde er eigentlich von denen aufgezogen und nicht von seinen „Erschaffern“. Allerdings taugte er allemal um das Image aufzupolieren oder mit ihm anzugeben. Zumal sich im Laufe seines Heranwachsens herausstellte, dass er ein recht intelligenter junger Mann werden würde. Trotz seines Genpools. Naja, ganz so sauber war der dann wohl doch nicht, man kann wohl annehmen, dass die Saat seiner "kleinen" Spleens schon damals vorhanden war. Mal davon abgesehen unterschied sich sein Werdegang allerdings nicht sonderlich von dem anderer Kinder in seinen finanziellen Verhältnissen. Hätten seine Eltern ihn nicht hin und wieder doch gebraucht, so wäre er wohl in ein Internat gekommen. So aber durfte er eine Privatschule in New York besuchen. Kein Wunder also, dass er eine relativ gute Bildung abbekommen hat.

Schon früh zeigten sich sein Charisma bei öffentlichen Auftritten und sein Redetalent. Er war sogar Vorsitzender des Debattierclubs seiner Schule. Kein Wunder, da konnte man sich wunderbar selbst in Szene setzen. Damit konnte er sogar seine fehlende Sportlichkeit kompensieren. CJ war extrovertiert, sah gut aus, war klug und wusste wie man sich ins richtige Licht stellte. Kombiniert mit seinen späteren Partys war er einer der beliebteren Schüler in seiner Highschool. Umso älter er wurde desto mehr stieg er in das Leben der High Society ein. Er wurde bekannt und ja, man muss auch sagen durch die Bank weg beliebter als sein alter Herr. im Großen und Ganzen funktionierte dasselbe System wie an der Highschool und er konnte sich in Szene setzen.

Auf den Wunsch seiner Eltern ging er auf ein College, natürlich nur das Beste vom Besten. Aber so richtig Teil davon war er nie, er feierte und genoss sein Leben in vollen Zügen… wozu studieren wenn man eh alles hatte? Aber tatsächlich steckte damals schon mehr in ihm als man meinen sollte. Er finanzierte zum Beispiel mit seinem eigenen Geld diverse Collegepartys und machte ordentlich Gewinn mit den Einnahmen. Als Arbeiter sah er sich nie, immer schon als Visionär und Wegbereiter… in diesem Fall wohl in der Unterhaltungsbranche.

Kickstart (1993 - 1997)
Aber es war nicht der Collegeabschluss, der ihn voll und ganz auf diesen Weg brachte, es war der Autounfall seiner Eltern. Im Herbst 1993 gerieten seine beiden Eltern auf regennasser Fahrbahn und viel zu hoher Geschwindigkeit ins Schleudern. Von dem roten Porsche war nicht mehr viel zu erkennen, die beiden Insassen verstarben bereits am Unfallort. Und mit einem Schlag war CJ der Alleinerbe des gesamten Vermögens. Sicher, es waren seine Eltern gewesen, doch eine richtig tiefe Beziehung hatte er nie mit ihnen gepflegt. Also wartete er eine angemessen Zeitspanne um zu "trauern", dann brach er das College ab um seinen Traum im großen Stil und nun mit den nötigen Mitteln dazu zu verwirklichen. Er entließ die bisherigen Verwalter seines Vaters und begann das Vermögen auf eigene Faust zu verwalten. Was sicherlich besser funktioniert hätte wenn er das College ernster genommen hätte, doch er besaß genug Geld um den einen oder anderen Fehlschlag puffern zu können. Im Zuge dessen kaufte er sich auch als Teilhaber in einen der größeren New Yorker Nachtclubs ein, dem Pulse.

Der damalige Besitzer, Paul Suffolk, führte den ihm sympathischen CJ ihn die Welt des Clubbusiness ein. Als Mitgesellschafter, öffentliches Aushängeschild und recht schnell als Nachfolger. Denn nach der Abwicklung seines Etablissements konnte sich der Engländer mit der äußerst großzügigen Abfindung ein herrliches Leben in Florida finanzieren. Vier Jahre lang lebte CJ so auf der Überholspur. Seine innovativen Ideen kamen gut an, zogen die Massen. Waren die Feiern, die er im College schmiss schon eine Wucht, so durfte man den Erfolg dieser getrost mit einer Zehnerpotenz erhöhen - bezogen auf die Events die er in diesen Jahren veranstaltete. Durch sein Bestreben wurde der etwas in die Jahre gekommene Club durchweg modernisiert und neu organisiert.

1997 wurde es dann allerdings weitestgehend still um ihn. Seine Medienpräsenz reduzierte sich fast um 95% und er wurde weit weniger oft unter seinen "Anhängern" gesehen. Nachdem die Klatschblätter ihren Anteil daran hatten, wandte man sich anderen Themen zu. Es war ja nur das alte Lied – eine Flamme, die heller brennt als alle anderen aber auch schneller erlischt. Vermutlich Kokain, ein bisschen Alkohol, vielleicht auch Heroin, auf jeden Fall aber die vielen Exzesse. Er galt als am Ende, als ausgebrannt. Aber das Pulse existierte trotzdem weiter.

Backlash (1997 - 1999)
Die Wahrheit ist nie so wie sie scheint. In jener verhängnisvollen Nacht war er tatsächlich drauf gewesen - wie so oft. Und an vieles kann er sich bis heute nicht mehr erinnern. Aber der Zustand in dem er erwachte hatte rein gar nichts mit Drogen zu tun. Was tat er hier? Hatte er hier jemanden gevögelt? Und was zum Teufel war dieser höllische Durst? Vielleicht wusste der Nachtportier mehr. Aber zu dem kam er nie. Als er wieder zu Sinnen kam hatte er die blutleere Leiche einer übel zugerichteten Latina in den Armen. Wie zum Teufel war er in diese Gasse gekommen?! Dann traf den ach so abgebrühten CJ die volle Wucht seiner gerade begangenen Tat. Entsetzt floh er vom Tatort.

Tagelang verkroch er sich in seiner Wohnung, schlief am Tag, recherchierte nachts im World Wide Web. Das Internet lieferte schon damals alles was das Herz begehrte. Aber alle Recherchen führten ihn zu einem Punkt. Vampir. Das war lächerlich. Die gab es nicht. Zwischen hysterischen Anfällen, weinerlichem Selbstmitleid und Schock über seinen Mord an der jungen Frau weigerte er sich diesen simplen Fakt zu akzeptieren. Nicht einmal, dass er tagelang weder aß noch trank konnten ihn nachhaltig überzeugen. Diesen Part übernahm Melissa. Nachdem er sich fast eine Woche nicht mehr hatte blicken lassen und Anweisungen bezüglich des Pulse nur noch über Telefonate gegeben hatte stand seine Ex plötzlich vor seiner Tür. High und ihrer Beziehung nachtrauernd - war er es eigentlich gewesen, der sie an die Drogen herangeführt hatte?

Einerlei. Da war er wieder, dieser unbändige Durst. Nur halb Herr seiner Sinne ließ er sie herein und einige Stunde später säuselte sie ihm etwas von bestem Versöhnungssex ever ins Ohr und schlief ein. Deutlich blasser als vorher, er dafür umso satter. Dieses Mal hatte er sich unter Kontrolle gehabt und so langsam musste er sich wohl eingestehen: Vampir. So fucking ridiculous. Es dauerte ein paar Monate bis er sich irgendwie damit abfinden konnte. Melissa wohnte in der Zeit bei ihm. Ständig zugedröhnt machte sie sich keine Gedanken darüber, dass er weder aß noch trank und tagsüber schlief. Sie passte sich an, schlief wann er schlief, und schien recht zufrieden damit zu vögeln, von seinem Geld zu leben und sich regelmäßig abzuschießen.

Es war... hilfreich sie zu haben. Nachdem sie einmal in Ohnmacht gefallen war, weil er wohl zu viel getrunken hatte, riss er sich zusammen und trank immer nur ein bisschen und mit genügend Tagen Pause, damit sie nicht starb. Fairerweise muss man wohl anmerken, dass das arme Mädchen schon damals innerlich ziemlich am Ende war, diese seltsame Symbiose machte das sicherlich nicht besser. Niemand wunderte sich über ihr teilweise etwas kränkliches Aussehen. Die meisten kannten ihre Drogenprobleme. CJ nutzte sie trotzdem weiter aus. Er begann sich auch wieder vermehrt im Pulse sehen zu lassen, allerdings eher im Hintergrund. Noch zu unsicher über das was ihm widerfahren war. Aber der Laden brummte, gut für ihn, genug Zeit um mehr über seinen Zustand herauszufinden und sich weiter zu verkriechen. Allerdings fand er vor allem Müll und Unfug im Netz - die Maskerade funktionierte.

Aber schließlich war Melissa das erste seiner Opfer in der Abwärtsspirale, die seine Person auch in Zukunft umgeben sollte. Sie wurde eines Nachts noch mit der Nadel im Arm gefunden... anämisch, aber eindeutige Todesursache war der Schuss gewesen. Das traf ihn hart. Nicht weil er sie so sehr geliebt hatte, sondern weil sie nützlich gewesen war. jetzt musste er irgendwie anders Blut besorgen. Verdammter Mist. Er durfte allerdings feststellen, dass es für einen halbwegs charismatischen Kerl mit Geld erstaunlich einfach war. Viel zu einfach. Nach und nach dämmerte ihm, dass er da wohl die ein oder andere "Superkraft" hatte. Aber auch so sammelte sich nach und nach eine kleine Crew Groupies, die ihn wie eine Art Partygott hypten. Es half sicherlich, dass ihm ein großer Club gehörte. Die Freude darüber hielt aber nur einige wilde Monate lang. Dann fanden sie ihn.

War eternal (1999 - 2006)
Sie, das war ein Camarilla Klüngel, die irgendwie spitz gekriegt hatten, was er war. Gut, zugegeben, er hatte sich in den letzten Monaten nicht gerade unauffällig benommen. Wenn man denn wusste, nach was man suchen sollte. Sie wollten ihn zur Rede stellen, er konterte mit ein paar frechen Sprüchen und wenige Momente später lag er zusammengedroschen in der Gosse. So viel zum Thema er war ein toller mächtiger Vampir. Warum sie ihn nicht umbrachten erfuhr er in der nachfolgenden Standpauke. Prinz Michaela, Polonia, Calebros irgendein Krieg zwischen Camarilla und Sabbat um New York... kurzum: Sie hatten momentan dringlichere Probleme als einen feiersüchtigen Caitiff, der Rockstarallüren an den Tag legte. Und wenn er am Leben bleiben wollte, dann solle er sich gefälligst nützlich machen. Sonst würde sich das zügigst ändern.

So wurde aus dem Caitiff ein echter Krieger der Camarilla - die Wahrheit? Er war die Straßennutte für die ansässigen Cammies, allen voran jenen des Klüngels die jeden schäbigen Mist an ihn weiterreichten. Scheiße fällt von oben nach unten und er war ganz unten. Geschlagen, missbraucht und ausgenutzt. Ein tolles Leben. Zum Kämpfen taugte er nichts, aber man braucht nicht meinen, dass den anderen nichts für ihn einfiel. Ein Großteil seiner Einnahmen ging an das Klüngel. Etwas Trost fand er bei seiner kleinen Herde, die er insgeheim im kleinen Rahmen weiter kultivierte. Das war aber auch schon alles. Am liebsten würde er sich die Erinnerung an diese erniedrigenden Jahre und alle beteiligten Vampire aus dem Hirn saufen - ist nur nicht so einfach als Kainit. Naja, er versucht es ja mit Koks.

Nicht alle behandelten ihn wie Scheiße, manche behandelten ihn auch wie Kuhmist den man immerhin zum Düngen hernehmen konnte. So lernte er wenigstens tröpfchenweise immer mehr über die Welt der Kainiten. Zumindest bis 2006. Immer wieder testeten die einzelnen Sabbat Packs in den ganzen Jahren die Defensiven der Camarilla. Aber nach irgendeinem politischen Wirrwarr - so richtig interessierte sich CJ nie für Cammie-Politik - wollten sie es einmal mehr richtig wissen. Mit mäßigem Erfolg. Das Klüngel aber wurde ausgelöscht. Mit Sack und Pack. Zumindest glaubten man das - einen Überlebenden gab es. Nämlich denjenigen der sie an den Sabbat verraten hatte. Für CJ war das die einzig sinnvolle Lösung gewesen. Er hatte sie von langer Hand vorbereitet und auf die Chance gewartet.

Der Caitiff instruierte seine Verwalter und das Team. Löste alle Konten auf und legte das Geld woanders an. Er versuchte alle seine Spuren zu verwischen... zumindest soweit er das konnte und natürlich nicht ohne ihn weiterhin an den Einnahmen zu beteiligen. Dann verpisste er sich gen Süden. Nach allem was er vom Sabbat gesehen hatte, wollte er ganz sicher nicht auch noch deren Straßennutte werden. Oder einen findigen Camarilla Schnüffler in die Hände fallen, der ihm mehr als nur Feigheit vor dem Feind vorwerfen konnte.

Off the grid (2006 - 2014)
Philadelphia, Baltimore, Washington D.C. saß er alle mit einer Arschbacke ab. Mit den Sabbat-Primaten wollte er so wenig zu tun haben wie möglich. Trotzdem... ein bisschen Spaß musste er auch auf der Flucht haben. Dementsprechend wenig zielstrebig und deutlich länger als notwendig war sie auch. Und mal ganz im Ernst, wer seinen Spuren ernsthaft hätte folgen wollen, dem wäre es auch möglich gewesen. CJ ist nur semi-geschickt im unauffällig bleiben. Mit Ausnahme der Maskerade. Er mag sich für einen schillernden Pfau halten, aber er ist nicht so dämlich um seine Existenz mehr als nötig zu gefährden. Seine Rockstarallüren trägt er nur im engen Kreis zur Schau, seine Geschäfte bleiben im Verborgenen. Er nutzt seine Fähigkeiten und wenn nötig auch sein Geld um unter dem Radar zu fliegen.

Nichtsdestotrotz kam er irgendwann doch noch in Richmond an. Einer Stadt, die für vampirische Verhältnisse geradezu ein Kaff ist. Er befand es genau richtig um dort "unterzutauchen". Was für ihn bedeutete er eröffnete ein Nachtlokal. Mag schon sein, dass Richmond dringend so eines gebraucht hat ... mag aber auch sein, dass ein Großteil seiner überschaubaren Entourage auf der Flucht nach und nach an Drogenproblemen oder anderen Exzessen zu Grunde gegangen war und er jetzt Ersatz brauchte. Jemand wie er, nahezu alleine? Undenkbar.

Dergestalt "dümpelte" er für seine Verhältnisse recht gesittet in Richmond vor sich hin und kultivierte seinen Personenkult. Er knüpfte Kontakte zu Lieferanten für diverses weißes Pulver und hielt seine Machenschaften allgemein für einen steter Quell der Freude. Diejenigen, die in seinem Dunstkreis zu Grunde gingen... hatten einfach Pech. Dementsprechend hielten die meisten sie aber für ein Epizentrum dekadenten Niedergangs und den ominösen Hintermann für einen Mäzen des Werte- und Sittenverfalls. Aber das sind alles Spießer oder von Hatern gekaufte Zeitungen. Nicht glaubwürdig. Fake News würde man einige Jahre später gerne dazu sagen. Mal davon abgesehen, dass nur wenige Eingeweihte wirklich wussten, wer da an den Fäden saß und spielte. Wäre er nicht so geschickt im Manipulieren der Sterblichen aus dem Verborgenen heraus, er wäre schlichtweg längst vernichtet.

Re-Emerging (ab 2014)

Doch dann kam der Kahlschlag. CJ war sowieso nicht allzu glücklich im provinziellen Richmond... außerdem war ihm weiterhin bewusst, dass ihn jederzeit jemand erledigen konnte ohne dass auch nur ein Hahn nach einem einzelnen Caitiff krähte. 2013 aber taten sich ganz neue Möglichkeiten auf. Zugegeben, die meisten davon hätte er auch in Richmond nutzen können, aber Charlotte war schlicht... größer. Städtischer. Schillernder. Mehr nach seinem Geschmack. Vermutlich als einer der ersten schlug er alle Warnungen in den Wind und setzte schon Anfang 2014 nach Charlotte über. Wenn dort wirklich etwas böses hausen sollte, das alte Vampire vernichtete, dann scherte es sich um einen jungen Caitiff sicherlich nicht. Redete er sich ein.

Er übernahm einen kleinen Gebäudekomplex samt strauchelnder Bar im Erdgeschoss und ließ das Gebäude rundum renovieren. Der Caitiff hatte einen genauen Plan im Kopf. Am Ende des Jahres eröffnete die Cobalt Lounge und er zog in die Maisonette-Wohnung darüber. In diesem relativ hochwertigen Nachtclub kostet ein Cocktail problemlos 15 Dollar und aufwärts, doch dafür bietet sich der kainitischen Society auch eine recht erlesene Blutquelle. In dem Gebäude fanden der eigentlichen Barlounge auch drei zu mietende VIP-Bereiche Platz. Einer davon ausschließlich für Kainiten und deren Bespaßung und einer für... besonders ausgefallene Feiern.

Aber CJ ging noch einen Schritt weiter und deklarierte bei jeder sich bietenden Gelegenheit seine Unterstützung der Anarchenbewegung. Riskanter Schritt, aber abgesehen von den Anarchenhochburgen vermutlich die zu diesem Zeitpunkt geeignetste Stadt dafür. Ob sich die Bewegung überhaupt dafür interessiert, was so ein einzelner Caitiff von sich gibt sei einmal dahin gestellt. Aber es scheint so als meine es CJ damit ernst. Er hat sich sogar zum Ziel gesetzt, die Barlounge so sicher wie ein Elysium zu halten, damit seine neuen Freunde (... die vielleicht nicht einmal von ihm wissen) dort ungestört ihren Geschäften nachgehen können. Offensichtlich ist ihm nicht klar, dass die meisten Anarchen nicht ganz so elitär verkehren.


ADMIN STUFF

Avatarperson:
Nicholas Galitzine
Regeln gelesen und akzeptiert?:
Höhö. Jau.
Gesuch?:
Nope
Mehrfachcharaktere:
Shkodran
Schicksal des Charakters bei Spielerfortgang?:
CJ fällt einer Caitiff-Säuberungsaktion oder einem eifersüchtigem Ghoul bzw. Ex-Freundin zum Opfer und findet den endgültigen Tod.
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