Ghoule
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GHOULE



Entstehung
Alle Ghoule waren einst ganz normale Sterbliche, auf die der Blick eines Vampirs fiel. Vielleicht hatten sie besondere Fähigkeiten, die der Vampir für nützlich erachtete, vielleicht fand er den Sterblichen auch einfach nur besonders hübsch als Accessoire. Der Gründe gibt es so viele wie es Ghoule gibt. Eines aber haben sie alle gemeinsam: Sie haben von kainitischer Vitae gekostet.

Schon in grauer Vorzeit haben Kainskinder entdeckt, dass sie mit ihrem Blut nicht nur Wesen an sich binden konnten, sondern Sterbliche, die ihr Blut tranken, auch widerstandsfähiger und kräftiger wurden. Manche konnten sogar rudimentäre Disziplinen einsetzen. Das diese Sterblichen manchmal auch seltsame Gelüste und Verhaltensweisen entwickelten, wurde gerne toleriert - immerhin hatte man sich den scheinbar perfekten, loyalen Diener erschaffen. Bis heute neigen viele Vampire dazu ihre Lieblingsdiener zu ghoulen. Manche unterhalten gar kleine Ghoultruppen. Aufgrund des drogenhaften Vampirblutes in Ihnen neigen Ghoule aber zu  Stimmungsschwankungen. Eifersüchteleien und Streitigkeiten sind daher keine Seltenheit.


Physiologie
Ghoule sind ihren Herren absolut loyal, solange diese sie regelmäßig mit ihrer Droge, Vitae versorgen. Das macht sie gemeinhin kräftiger und widerstandsfähiger als Menschen vergleichbarer Konstitution. Gleichzeitig neigen sie aber auch zu extremeren Gefühlen als normale Menschen, oft in Verbindung ihren Herren gefallen zu wollen. Auch das Entwickeln seltsamer, zumeist dunkler Gelüste ist keine Seltenheit. Sie behalten aber größtenteils ihre Individualität bei und können tatsächlich dank des Vampirbluts die Unsterblichkeit kosten. Ein Ghoul der regelmäßig (d.h. mindestens einmal im Monat, wenn er seinen Schuss nicht vorher schon verbraucht) mit Vitae versorgt wird, altert nicht mehr.

Bleibt die Blutversorgung aus kommt es zum einen zu wochenlangen, brutalen Entzugserscheinungen, gegen die ein herkömmlicher Drogenentzug harmlos wirkt. Zum anderen holt die Zeit sich ihre verlorenen Jahre auch mit aller Macht zurück. Bei jüngeren Ghoulen, die noch in ihrer Lebenszeit „clean“ werden, setzt die normale Alterung, wenngleich etwas beschleunigt, wieder ein. Ghoule die mehr als 100 Jahre lang existierten altern mit 10-facher Geschwindigkeit. Noch ältere Ghoule, die die 250 Jahre Grenze geknackt haben zerfallen sogar sofort zu Staub.

Ihr Konsum von Vampirblut hat noch weitere Wirkungen. Aufgrund ihrer Lebendigkeit äußert sich ein Blutsband etwas anders. Neben einer emotionalen Abhängigkeit erleben sie auch eine  starke körperliche Abhängigkeit. Das hat allerdings im Umkehrschluss zur Folge, dass sich Ghoule im Gegensatz zu Kainiten tatsächlich aus dem Blutsband entwöhnen, sprich „clean“ werden könnten, wenn sie sich willentlich weigern Monate lang nichts mehr von ihre Meister anzunehmen. Dabei verlieren sie auch alle übernatürlichen Fähigkeiten, inklusive ihrer Disziplinen. Freilich hat der Meister da normalerweise auch ein Wort mit zu reden.


Fähigkeiten
Ghoule können das Vampirblut dazu nutzen um ihre eigenen Verletzungen zu heilen. Das fällt ihnen zwar ebenfalls schwerer als einem Kainiten, wirkt aber für einen normalen Menschen immer noch übernatürlich. Theoretisch könnten sie sogar lebensgefährliche Verletzungen oder Gliedmaßen regenerieren. Dafür benötigen sie aber womöglich mehr kainitische Vitae als sie in ihrem Blutkreislauf eigentlich besitzen. Ähnlich wie Vampire kann aber auch ein Ghoul mehr Blut trinken, als eigentlich in ihn „passt“. Allerdings wirkt Vitae für ihn wie eine Droge: Sollte er also keinen schweren Krampfanfall erleiden und das Blut unter übelsten Schmerzen erbrechen, hat er zwar mehr Vitae zur Verfügung, kämpft dafür aber mit drogeninduzierten Halluzinationen, erhöhter Rasereiwahrscheinlichkeit und ähnlichen Problemen.

Auch können sie mit Hilfe des kainitschen Vitaes und ihres Meisters auch Disziplinen erlernen. Dabei sind sie allerdings auf die ersten Stufen beschränkt und auf körperliche und hier im Forum auf bestimmte geistige ihres jeweiligen Meisterclans. Trotz allem ist der Geist eines Ghouls nicht stark genug um die wirklich exklusiven Clansdisziplinen zu beherrschen oder jene die einen besonders starken Willen erfordern. Einem Menschen sind selbst junge Ghoule überlegen. Sie können nur Dizsiplinen ihres momentanen Meisters lernen - allerdings bereits gelernte auch mit fremden Blut nutzen.

Schwächen
Neben ihrer offensichtlichen Abhängigkeit von Vampirblut und den damit verbundenen Problemen können Ghoule könne sogar normal gesättigt in Raserei verfallen, wenngleich normalerweise schwerer als Kainiten. Aufgrund ihrer emotionalen Abhängigkeit sind Stimmungsschwankungen und Gefühlsextreme fast schon an der Tagesordnung. Es ist selten, dass ein Meister seinen Ghoulen dieselbe Zuneigung schenkt wie umgekehrt. Normalerweise sind Ghoule Diener, Accessoires, Kanonenfutter, Sklaven oder ähnliches und werden dementsprechend oder noch schlimmer behandelt.

Der langfristige Blutkonsum sorgt ebenfalls dafür, dass Ghoule eine verminderte Form der Clansschwäche ihres Meisters ausbilden. Die Merkmale sind individuell etwas unterschiedlich und werden mit zunehmendem Alter immer ausgeprägter. Nachfolgend sind die Clans und die Form ihrer Ghoulschwächen aufgelistet:

Assamiten Antitribu: Ghoule entwickeln eine schwerere Abhängigkeit vom Blut ihrer Meister und erleiden härtere und längere Entzüge als andere Ghoule. Außerdem verbrauchen sie das Blut ihres Meisters etwas schneller als andere Ghoule.

Assamiten: Auch sie verbrauchen das Blut ihrer Meister etwas schneller. Statt härteren Entzügen entwickeln sie allerdings nach ihrer "Fütterung" eine Zeitlang unterschiedliche Allergien. Es wird gemeinhin angenommen, dass dies mit dem Fluch der Tremere zusammenhängt.   
          
Brujah: Ghoule neigen zu (noch) emotionaleren Verhalten und unangebrachter Reizbarkeit. Außerdem haben sie eine deutlich niedrigere Rasereischwelle, fast schon vergleichbar mit einem echten Kainiten

Caitiff: Das unspezifische Blut der Clanlosen sorgt dafür, dass ihre Ghoule später als andere ihre zweite Disziplinen erlangen können (Ab 40 Jahren). Außerdem verlieren sie ihre Fähigkeiten sobald sie zum Vampir gewandelt werden und müssen diese wieder neu erlernen.

Gangrel: Ghoule neigen zu starker Launenhaftigkeit, oft in Kombination mit Faktoren wie z.B Wetterumschwüngen, Jahreszeitenwechsel, Mondphasen usw., sowie geschlechterübergreifendem, erhöhtem Haarwuchs. („Hallo Damenbart“)

Giovanni: Ghoule der Giovanni kennzeichnet oft ein relativ kränkliches Aussehen. Blasse Haut, Augenringe, dünne Haut und ähnliches. Das Aussehen ändert aber nichts an der Robustheit des Ghouls. Ähnlich den Tzimisce-Ghoulen entwickeln sie oft eher makabre Vorlieben und Fetische. Ob dies auf ihren Umgang mit den Toten zurück zu führen ist oder auf die ihnen gern unterstellten inzestuösen Verhältnisse... manche Dinge sollten vielleicht besser ungelöst bleiben. 

Setiten: Setiten-Ghoule reagieren recht empfindlich auf Sonnenlicht und neigen bei Sonnenschein zu tränenden Augen. Manche sogar zu Niesanfällen wenn sie zur Sonne sehen. Außerdem entwickeln sie eine Sonnenallergie, die sich in einem juckenden teils nässenden Ausschlag äußert.

Lasombra: Bei diesen Ghoule scheint es, als könne man sie einfach nicht gut fotografieren. Pixelfehler, Lichtreflexe, Beleuchtungsfehler… irgendwas ruiniert immer Bilder von ihnen. Sie werden aber nicht unkenntlich. Mag das noch wie ein harmloses Problem klingen, die Tatsache dass ihre Spiegelbilder erst um einige Sekundenbruchteile verzögert auftauchen kann durchaus problematisch werden.   

Malkavianer: Der Ghoul entwickelt im Lauf der Zeit eine leichte Geistesstörung oder Phobie, neigt zu zwanghaftem Verhalten und hat sehr lebhafte Träume und Albträume, was erholsames Schlafen deutlich erschwert.

Nosferatu: Ein Nosferatu Ghoul wird tatsächlich einige Grade hässlicher bzw. unattraktiver. Die Entwicklung passiert nicht über Nacht sondern nach und nach und trifft von vorneherein als „hübsch“ geltende Menschen härter als die weniger „Glücklichen“. Wie genau sich das äußert ist von Ghoul zu Ghoul unterschiedlich, keiner wird aber auch nur ansatzweise so hässlich wie echte Nosferatu.  

Ravnos: Selbst wenn der Mensch vor seinem Ghouldasein ein vollkommen aufrechter Bürger war, wird er fest stellen, dass er zunehmend mehr Gefallen an kleinen Gaunereien und Lügen findet. Nach und nach wird er sich immer öfter auf der falschen Seite des Gesetzes finden. 

Salubri antitribu: Ghoule dieses Clans neigen zu starken Kopfschmerzanfällen im vorderen Hirnbereich, direkt hinter der Stirn. Außerdem sind sie sehr schnell dabei sich ein bestimmtes Feindbild anzueignen und dann mit aller Vehemenz dagegen zu agieren. Das Wie und Was richtet sich nach dem Charakter des Ghouls. Oft kümmert es sie nicht, ob dabei noch andere zu Schaden kommen.

Toreador: Toreador-Ghoule verkörpern ein wenig das schlechte Klischee des Clans. Mit zunehmendem Alter werden sie immer oberflächlicher und eitler. Manche versuchen sich mit stellenweise geradezu schamlosen, öffentlichen Auftritten im Rampenlicht zu halten. Außerdem neigen sie selbst für Ghoule zu extrem starken Eifersuchtsanfällen, wenn es um die Gunst ihres Meisters geht. Manchmal sogar selbst Kainiten gegenüber.

Tremere: Die Ghoule der Usurpatoren müssen deren ständige Manipulation ausbaden. Sie sind im Durchschnitt sehr anfällig für Manipulation aller Art. Außerdem neigen sie dazu das Wort jeden Tremere-Vampirs als Gesetz anzusehen, was durchaus zu Problemen mit ihren eigentlichen Meistern führen kann.

Tzimisce: Diese Ghoule haben Probleme auswärts zu schlafen und fühlen sich an unbekannten Orten fast schon körperlich unwohl. Aufgrund der unmenschlichen Art ihrer Meister scheint es, als entwickeln sie im Vergleich zu anderen Ghoulen öfters verstörende, in der Gesellschaft eher atypische, Vorlieben und Fetische.

Ventrue: Ghoule entwickeln besondere Vorlieben für bestimmte Speisen oder Getränke und haben große Schwierigkeiten bei diesen Speisen ein gesundes Maß zu halten. Außerdem entwickeln sie eine hohe Obrigkeitshörigkeit.


Ghoularten
Vasallen [spielbar]
Bei Vasallen handelt es sich um den typischen Ghoul, der von einem einzigen Meister versorgt wird. Dabei obliegt es dem Meister wie viel der Ghoul über die verborgene Welt der Kainiten lernt oder ob er einfach nur ein nett anzusehendes, abhängiges Blutpüppchen ist. Ob es dabei sein erster Meister oder bereits ein folgender ist, ist dabei nicht von Belang.

Unabhängige  [bedingt spielbar]
Unabhängige Ghoule entstehen meist, wenn ihr Meister vernichtet wird und der Widersacher ein paar dessen Diener übersieht. Entweder werden sie gezwungenermaßen clean (oder sterben bei hohem Alter) oder aber sie versuchen irgendwie anders an die Droge Vitae zu kommen. Manche, versuchen sich als Laufburschen, Söldner oder ähnliches am Rand der kainitischen Gesellschaft zu verdingen und nehmen als Bezahlung Blut. Andere versuchen sich bei einem anderen Vampir anzubiedern. Eine weitere Gruppe versucht gewaltsam an Vitae zu kommen und macht Jagd auf Kainskinder (hierbei kann es sich z.B. auch um Kultisten o. ä. handeln, die von der Macht kainitischer Vitae erfahren haben und nie echte Ghoule waren). Besonders letztere werden nachvollziehbarerweise gnadenlos gejagt, aber auch herkömmliche unabhängige Ghoule sind vielen ein Dorn im Auge und haben eine Stand, den nicht einmal Caitiff beneiden.

Von daher werden wir nur sehr beschränkt unabhängige Ghoule zulassen. Diese Möglichkeit ist mehr als Notlösung für Ghoule gedacht, deren Meister inplay verstirbt oder verschwindet.

Neben diesen beiden bespielbaren Ghoularten gibt es noch weitere, wie etwa Wiedergänger oder die im Sabbat bzw. unter den Tzimisce seinerzeit beliebten Szlachte-Kriegsghoule sowie die Monstrositäten die manchen Alten noch als Vozhd bekannt sind. Da diese allerdings lobotomisiert sind, unmenschlich "verbessert" oder fast schon eine eigene Rasse, werden diese im Forum vorerst nicht bespielbar sein. Für das Inplay können manche (z. B. Szlachta) gerne als NPCs genutzt werden, aber es gilt zu bedenken, dass diese sowohl selten und schwierig "herzustelllen" als auch wandelnde Maskeradebrüche sind und niemals rein als Effekthascherei eingesetzt werden.


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