Jäger und Inquisition
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JÄGER


Die meisten Jäger sind weder übernatürlich begabt noch sonst irgendwie besonders. Viele von ihnen sind schlicht Menschen, denen etwas oder jemand wichtiges genommen wurde, oder die wegen anderer Gründe einen Hass auf übernatürliche Wesen entwickelt haben. Sie haben geschworen sich zu rächen, die Welt zu beschützen, anderen zu helfen oder aus ähnlich gelagerten Gründen und verfolgen nun mit aller ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln ihr Ziel. Auch wenn sie dabei von der Masse der "normalen" Menschen für verwirrt oder verrückt gehalten werden. Dabei muss das Objekt ihres Hasses nicht einmal ein Vampir sein - allerdings sind Kainiten natürlich oft für diverse Tragödien verantwortlich. Rein theoretisch ist ein einzelner, einfacher Sterblicher keine Bedrohung für einen Vampir. Doch man sollte die Macht von unbedingter Entschlossenheit, Fanatismus oder dem Fatalismus nichts mehr verlieren zu können nicht unterschätzen. Menschen kommen zumal oft weit besser mit modernen Errungenschaften klar als Kainiten und nutzen diese dementsprechend.

Die Effizienz von Jägern hängt also stark von ihrer Anzahl, ihrem Können, ihrem Wissenstand und der Unvorsicht ihrer Opfer ab. Solche Jägergruppen gibt es wenig verwunderlich in diversen Kirchengemeinschaften, gerne auch Sekten, aber auch als kleine Gruppen von Menschen, die ein ähnliches Schicksal erlitten haben. Tatsächlich ist es in Zeiten des Internet erstaunlich einfach in diversen Foren Gleichgesinnte zu finden und zumindest zeitweise gemeinsam los zu ziehen. Gerüchteweise gibt es sogar nationale, lose organisierte Netzwerke aus Ortsansässigen und Reisenden die untereinander Hilfestellung, Informationen oder Unterkunft bieten. Dabei wissen diese Sterblichen vielleicht etwas mehr als gut für sie ist und deutlich weniger als es zu wissen gibt, ein zusammengestückeltes Wissen aus Erfahrungen und diversen mehr oder weniger korrekten Literaturwerken.

INQUISITION


Eine Ausnahme der Moderne stellt die sogenannte Zweite Inquisition dar. Wobei sie sich selbst weder so nennt, noch von einem Groß der Kainiten als wirklich und real erkannt wird. Was schlicht an ihrer immens effizienten Vorgehensweise liegt. Im Gegensatz zu der historisch bekannten Inquisition, die manchen Vampir-Ahnen durchaus noch in schlechter Erinnerung ist, zieht sie nicht als Mob, angepeitscht von feurigem Fanatismus, von Scheiterhaufen zu Scheiterhaufen. Im Gegenteil. Sie bekämpft die Untoten mit ihren eigenen Mitteln, in einem verborgenem Schattenkrieg aus dem Untergrund heraus. Statt Bauern, geführt von Priestern, scheint es ein Zusammenschluss aus Geheimdiensten und dem immer noch existenten Arm der damaligen Inquisition zu sein, der mit Attentaten, Black Ops und chirurgischer Präzision das Krebsgeschwür der Untoten entfernt. 500 Jahre lang war den überlebenden Vampiren klar, dass sich diese Jagden, die Folter und diese Vernichtung nie wiederholen durfte und sie haben alles daran gesetzt ein Aufbegehren der Massen, den humangesteuerten Untergang ihrer Art zu verhindern.

Aber sie scheinen kläglich daran gescheitert zu sein, die Vorgehensweise dieser elitären Gruppe vorherzusagen oder gar zu verhindern. Die zweite Inquisition agiert ebenso hinterlistig und rücksichtlos wie ihre Opfer, und das bisher erschreckend erfolgreich. Die Liste an Verlusten ist lang und bitter. Wien. Mailand. London. Mexiko... Ganze Städte konnte die Inquistion bereits vom Einfluss der Vampire „säubern“. Diese Verluste sind um so erschütternder, als das viele Vampire noch nicht einmal begreifen, wer oder was es da eigentlich auf sie abgesehen hat. Die Inquistion schlägt gegen große Ziele schnell und unerwartet zu, um dann wieder in Monaten und Jahren des Abwartens zu verschwinden, den nächsten brachialen Hieb vorbereitend. In der Zwischenzeit schnappt sie einzelne Vampire aus der Nacht, mal hier, mal da, ohne Spuren zu hinterlassen.

Niemand weiß so genau, woher sie ihre Informationen bezieht und selbst die Nosferatu schweigen bedenklich. Die Camarilla, die die Angriffsmuster durchschaut zu haben glaubt, hat in ihren Domänen die Nutzung des Internets für alle Vampire verboten und viele ihrer Städte durch Reisesperren in isolierte Inseln verwandelt. Die Anarchen und der Sabbat dagegen reagierten völlig konträr, organisieren und informieren sich stärker als jemals über das Internet - immer haarscharf am Maskeradebruch. Welche der beiden Taktiken langfristig hilfreich sein wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist, unter dem Druck der Inquisition hat sich die untote Gesellschaft bereits stark verändert und der geneigte Vampir sollte diese Bedrohung ernst nehmen, wenn ihm sein Unleben lieb ist.


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