Tremere
Auspex, Beherrschung, Thaumaturgie
#1
TREMERE
 Wenn die Welt sich weigert, etwas zu geben, kann der, der sich zum Herrn der Welt aufschwingt, dennoch nehmen."



Im Laufe ihrer kurzen Geschichte (für Vampirverhältnisse) haben sich die mächtigen Tremere viele Feinde gemacht. Angefangen damit, dass sie den Untod nicht geschenkt bekamen, sondern ihn sich gewaltsam nahmen. Um zu Vampiren zu werden experimentierten sie mit kainitischer Vitae und diablerierten letzendlich sogar einen Vorsintflutlichen. Im Nachgang lancierten sie die Vernichtung dessen Clans, eroberten von einem weiteren Gebiete und etablierten sich mit einer bis dato beispiellosen Aktes als vollwertiger Clan.

Tzimisce, Salubri, Assamiten und viele andere Clans würden die Hexenmeister lieber jetzt gleich als später auf dem Scheiterhaufen sehen, und das aus ihrer Warte sicher mit Recht. Doch die Tremere winken spöttisch ab. Sollen die anderen Clans sie nur ausgiebig hassen und ihnen misstrauen – solange sie sie nur fürchten. Nach innen hin jedoch zeigen die Tremere eine ausgeprägte Paranoia und stetige Angst, dass ihre Feinde eines Tages tatsächlich stark genug werden könnten, sich gegen sie zu behaupten. Aus diesem Grund organisiert sich der Clan in purer Belagerungsmentalität und einer für Vampire streng hierarchischen Art und Weise. So stützte der Clan nicht nur mit ganzer Kraft die Camarilla, die sie als Schutz gegen ihre Feinde verstehen und nutzen, sondern mauserte sich trotz seiner relativen "Jugend" zu einem ernstzunehmenden Machtfaktor. Die Vormachtstellung der Hexenmeister schien unvermeidlich.

Wie fragil ihre scheinbar monolithische Macht dennoch war, zeigte die Moderne. Ein uralter Assamitenmethusalem erwachte und brach fast unbemerkt und ebenso beiläufig den Tremerefluch auf seinem Clan, aber es war die zweite Inquisition die den Hexern endgültig ihre Grenzen aufzeigte. Das es wenig mehr brauchte, als der Schlange den Kopf abzuhacken, war vermutlich sehr viel mehr Feinden klar - doch es fehlte ihnen scheinbar an Informationen, Möglichkeiten und vielleicht sogar an der notwendigen Skrupellosigkeit. Für die zweite Inquisition war das allerdings kein Hindernis, ihr als Terroranschlag getarnter Großangriff löschte das oberste Gildenhaus und vermutlich den dort zusammengekommenen Rat der mächtigsten Tremere gänzlich in einem Feuerball aus. Wie herkömmliche Menschen an dermaßen geheimes Wissen kommen konnten, um so etwas anzurichten, stellt die darüber Bescheid wissenden Kainiten vor ein Rätsel und nicht wenige der Alten fürchten ein ähnliches Schicksal.

Den Tremere hilft der allgegenwärtige Schock reichlich wenig, im Gegenteil. Wie ein Kartenhaus begann Haus Clan in sich zusammenzufallen - das Ende ihrer Führung löste das uralte Blutband, dass alle Jüngeren an den obersten Rat gebunden und so ihre Loyalität gesichert hatte. Einige jüngere Ahnen konnten zwar ein Grundgerüst ihrer Organisation am Leben halten - doch ihr Nimbus der Unbesiegbarkeit und furchtbaren Macht ist gebrochen. Sowohl außerhalb als auch innerhalb der Reste des Clans. Genau der Moment, auf den ihre zahlreichen Feinde gewartet haben.


Disziplinen
Auspex, Beherrschung, Thaumaturgie


Organisation
Selbst jetzt noch ist ein großer Teil des Clan Tremere für kainitische Verhältnisse gut organisiert. Die alte Pyramide, in der jeder einzelne seinen Platz kannte, ringt um die Kontrolle über den Clan und versucht das Vermächtnis aufrecht zu erhalten. Auch ohne die Führung durch die Ältesten sind viele das hierarchische System gewohnt oder schätzen es. Doch es gibt ebenso viele, die jetzt ihre Chance gekommen sehen, aus dem starren Konstrukt auszubrechen. Junge Adepten und manche Alte gleichermaßen verlassen aus unterschiedlichsten Gründen den Hauptclan, geben sich ihren einst verbotenen Studien hin oder gründen gar eigene kleine Zirkel.

Diese "Verräter" organisieren sich ebenfalls, und sei es nur um ihren zahlreichen Feinden nicht hilflos gegenüber zu stehen. Mittlerweile gibt es sogar ein "Haus" der Tremere bei den Anarchen als auch dem Sabbat, beide vermutlich deutlich weniger einengend und strikt, doch sogar in der Camarilla-Fraktion zeigen sich Spaltungserscheinungen. Bei der Organisation wird dabei oftmals weiterhin auf die altbewährten Gildenhäuser gesetzt: Kainitische Bollwerke, die allen Tremere einer Stadt (seit neuesten womöglich auch nur noch einer Fraktion) als Zuflucht bereitstehen. In denen sie ihre Magie vollziehen, forschen und ihre Intrigen spinnen. Diese Gildenhäuser sind durch teuflische Flüche und magische Schutzzeichen gegen Eindringlinge geschützt. So sehr, dass sie oftmals die letzte Festung sind, die einer Sabbatbelagerung standhält, manchmal sogar noch in eroberten Domänen fortbestehen. Das Wien, das mächtigste der Gildenhäuser, gefallen ist, hat natürlich eine deutliche Kerbe in diesen Mythos geschlagen.



Nachkommen
Gelehrsamkeit, Geduld, ein Talent für das Übernatürliche aber auch Ehrgeiz und der Wille, einen Konkurrenten subtil beiseite zu schaffen sind ausgezeichnete Eigenschaften für einen zukünftigen Tremere. Der Clan kann sich keine Patzer bei seinen Nachkommen leisten, immerhin ist die Gefahr groß, dass magisches Wissen an ihre zahlreichen Feinde gerät. Die Tremere suchen überdies nicht nur Zöglinge für den magischen Weg, sondern auch Nachkommen, die in die Wirtschaft, der Sicherheit oder die Politik einsteigen – magische Studien verschlingen immerhin Unsummen an Geld und Ressourcen.


Schwäche
Die Vergangenheit der Tremere hat ihr Blut über die Generationen verwoben und verdreht. Der Einfluss der machthungirgen und herrischen Ahnen war so groß auf das Blut des Clans, dass es mit ihrem Ende sogar erheblichen Schaden nahm: Das Blut der Tremere kann kein Blutsband mehr bei anderen Vampiren ausbilden und sie brauchen auch doppelt so viel Blut, um einen Ghoul zu versklaven. Im Gegenzug werden sie bereits durch zwei Schlücke an einen anderen Vampir gefesselt.


TREMERE ANTITRIBU


Die Tremere haben sich in der Vergangenheit dafür gebrüstet, die feigen Verräter ihres Clans sauber vernichtet zu haben. Durch ein geheimnisvolles Ritual schienen alle Tremere des Sabbat in einer einzigen Nacht ausgelöscht worden zu sein. Doch einige wenige hatten scheinbar überlebt und nach der Zerstörung des Wiener Haupthauses wagten sie sich aus ihrer Deckung. Gerüchten nach soll sogar der Urahn der Tremere Antitribu, Goratrix, darunter sein. Diese wenigen Überlebenden sind an zahlreiche der desertierten Tremere herangetreten, und füllen mit den Willigen ihre Reihen im Sabbat wieder auf. Offenbar reicht die vorherige Katastrophe nicht aus um die Wagemutigen abzuschrecken, vielleicht hat sie aber auch nie so stattgefunden wie allgemeinhin vermutet.

Manche munkeln das alles wäre zu sowieso nur zu ihrem eigenem Schutz: Denn die Salubri halten ihren Hass nur mühsam im Zaum und unterscheiden sowieso nicht zwischen den Tremere - schon mancher der Antitribu ist unter ungeklärten Umständen auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Was die Spannungen unter den sowieso geschwächten Loyalisten nicht gerade verkleinert.

Die neuen Tremere Antitribu nennen sich wie ehedem Haus Goratrix. Während die Neuankömmlinge im Sabbat "nur" die neue Schwäche der Tremere in ihrem Blut tragen, so zeigen die Überlebenden des Rituals dagegen zusätzlich eine seltsame Aversion gegen christliche Symbole und den Glauben generell.


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